Haarausfall | Haare schneller wachsen lassen | Was tun? | Ursache & Tipps

Bei Männern geduldet, bei Frauen gefürchtet

Der Ausfall von Haaren ist eine kosmetische Erkrankung, die weit verbreitet ist. Männer sind davon wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Bei Männern sind kahle Stellen, schütteres Haar und selbst Vollglatzen deshalb wesentlich weniger problematisch, als wenn Frauen die Haare ausgehen. Jedoch – trotz kahlen Sexsymbolen wie Jason Statham, Bruce Willis oder Vin Diesel kann ein Ausfall von Haaren bei vielen Männern eine echte Depression auslösen. Hier erfährst du alles über den Ausfall von Haaren und was du dagegen tun kannst.

Was ist Haarausfall?

Bei einem Haarverlust von mehr als 100 Haaren pro Tag spricht man von Haarausfall. Wenn zunehmend schütteres, lichtes Haar bemerkt wird, dann solltest du die Haare, die du verlierst, zählen. Ein ganz einfacher Trick ist dieser: Beziehe dein Kopfkissen neu und schlaf eine Nacht. Am nächsten Tag gehst du mit breitem Klebeband über den Kopfkissen und sammelst so alle Haare auf, die du in der Nacht verloren hast. Jetzt kannst du sie bequem zählen. Nimm dir eine Lupe dazu, das macht es einfacher. Wiederhole das für eine Woche und notiere dir immer das Ergebnis. Wenn es anhaltend wesentlich mehr als 100 Haare pro Nacht sind, solltest du etwas unternehmen.

Viel erforscht, wenig bekannt

Es gibt nicht „eine“ Ursache für den Ausfall von Haaren. Tatsächlich können bei seinem Auftreten viele Faktoren die Ursache sein. Es gibt Einzelfaktoren für Alopezie – das ist der wissenschaftliche Name für Ausfall von Haaren – , Wechselwirkungen oder kombinierte Ursachen, die einen Ausfall von Haaren auslösen können. Jedoch ist der massive und meistens unumkehrbare Ausfall von Haaren noch ein großes Rätsel in der Medizin. Die wirklichen Ursachen sind nach wie vor weitestgehend unbekannt. Deshalb gibt es auch kaum Medikamente, bei denen eine Chance auf Wirksamkeit besteht. Fest steht jedoch, dass jede Form von Stress für die Haare einen Ausfall begünstigen kann. Die Haarfolikel, das sind die Zellen aus denen die Haare wachsen, sind im Oberkopf-Bereich sehr empfindlich. Jedoch spielt es keine Rolle, welcher Haartyp du bist. Wenn deine natürliche Haarpracht eher fettig oder eher trocken ist, spielt für den Ausfall von Haaren keine Rolle. Dabei muss aber über eines Klarheit herrschen: Jedes Haar fällt früher oder später aus. Es gehört zum Haarwachstum dazu, dass es wächst, ausfällt und das Haarfolikel nach einer Ruhezeit wieder ein neues Haar produziert. Ein Ausfall von Haaren entsteht dann, wenn das Haarfolikel entweder abstirbt oder es nicht mehr richtig funktioniert. Die Haare sind dabei abhängig vom Organismus. Das bedeutet, dass ein heute gesundes Haar auch morgen schon ausgefallen sein kann. 

Typische Ursachen von den Ausfall von Haaren

Als Ursache für Ausfall von Haaren können folgende Faktoren auftreten: 

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Hormonelle Schwankungen im Körper 

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Allgemeine Konstitution und Stressbelastung 

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Erbliche Faktoren

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Falsche Pflegemittel (insbesondere beim Bleichen und Färben)

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Mangelernährung

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Nebenwirkungen von Medikamenten

Hormonelle Schwankung durch diverse Faktoren

Die hormonellen Schwankungen gehören zum älter werden dazu. Es sind hier vor allem die männlichen Hormone wie Testosteron, die einen Ausfall von Haaren begünstigen. Nicht umsonst haben viele kernige männliche Action-Darsteller eine Glatze. Das macht den Ausfall von Haaren für Männer wesentlich besser tolerierbar, als für Frauen. Denn leider arbeiten diese Hormone extrem unfair. Wenn eine Frau mit zu vielen männlichen Hormonen gesegnet ist, dann kann sich das nicht nur durch Verlust der Haare am Oberkopf bemerkbar machen. Im Kinnbereich und an der Oberlippe kann es dann zu einem vermehrten Wachstum von Haaren kommen. Und der Damenbart hat sich als Schönheitsmerkmal noch nicht wirklich durchgesetzt. Hier hilft meistens nur Zupfen und eine Behandlung mit Wachs.

Bei Frauen tritt deshalb der Ausfall von Haaren häufig nach der Menopause auf. Es ist eine Alterserscheinung, die bei Frauen aber in der Regel nicht so weit ausgeprägt ist, wie bei Männern. Die wissenschaftliche Bezeichnung für genetisch bedingten Ausfall von Haaren ist „androgenetische Alopezie“. Das griechische Wort „Andros“ bedeutet „Mann“ (Der berühmte Android bedeutet entsprechend „Mann-ähnlich“). Man weiß inzwischen, dass bei dem genetisch bedingten Ausfall von Haaren die Haarfolikel eine Überempfindlichkeit gegen Testosteron entwickeln. Hormonelle Schwankungen und genetische Disposition sind deshalb zwei Faktoren, die sich gegenseitig für einen Ausfall von Haaren begünstigen können. Ebenso können Stoffwechselstörungen eine hormonelle Schwankung auslösen. Dazu gehören diverse Infektionskrankheiten, Einnahme von Antibiotika oder Erkrankungen an Schilddrüse, Leber oder Bauchspeicheldrüse.

Falsche oder falsch angewendete Haarpflegemittel

Die Verwendung falscher Pflegemittel hat schon so manche Kopfhaut gekostet. Ein ganz berühmtes Beispiels war die Rock-Legende Tina Turner. Diese war schon in den 1960er Jahren wegen ihrer gigantischen Frisuren bekannt. Was damals nur wenige wussten – nach einer missglückten Dauerwelle war Tina Turner Zeit ihres Lebens auf die Verwendung von Perücken angewiesen. Doch geschadet hat es ihrem Erfolg nie. Gerade für Frauen ist die Haarpracht jedoch besonders wichtig. Haarpflege- und Färbemittel sind ein gigantischer Markt, bei dem ständig neue Produkte angeboten werden. Eine Frau kommt nicht drum herum, sehr sensibel mit der Auswahl der Mittel umzugehen, damit nicht auch auf Sie irgendwann eine böse Überraschung wartet.

Stress kann einen Ausfall von Haaren begünstigen. Dabei ist es gleichgültig, wie alt man ist. Wenn eine Anfälligkeit für Ausfall von Haaren bei Stress besteht, kann er auch bei Kindern oder Jugendlichen auftreten, wenn die Lebenssituation entsprechend anstrengend ist. Bei Schwangerschaften und nach einer Geburt kann es deshalb ebenfalls zu einem Ausfall von Haaren kommen, zumal auch in dieser Zeit die Hormone nicht in ihren normalen Funktionen laufen. 

Sonderform kreisrunder Ausfall von Haaren

Der kreisrunde Ausfall von Haaren ist eine Sonderform dieser kosmetischen Störung. Diese ungewöhnliche Erscheinung kann im gesamten Kopfbereich, also auch im Bart auftreten. Entgegen der bisherigen Vermutung ist diese Form des Haarverlusts kein ausgesprochenes Symptom einer nervlichen Überlastung. Typisch für kreisrunden Ausfall von Haaren ist aber, dass er vorübergehend ist und die kahlen Stellen wieder nachwachsen. Man vermutet hier eine lokale Entzündung oder eine Irritation des Immunsystems als Ursache. Falls sich dier kreisrunde Ausfall von Haaren nicht von selbst wieder verschwindet, kann mit einer autopischen Immuntherapie behandelt werden. Die Erfolgschancen stehen bei dieser Behandlung sehr gut.

Falsche Ernährung

Eisenmangel ist ein typischer Auslöser für den Ausfall von Haaren, der sich aber in der Regel recht gut behandeln lässt. Jedoch tritt Eisenmangel mit einer ganzen Reihe von Symptomen auf, von denen ein diffuser Ausfall von Haaren bei weitem nicht das Schlimmste ist. Wenn neben dem lichter werdenden Haar auch eine permanente Müdigkeit, Kopfschmerzen, eingerissene Mundwinkel und brüchige Nägel festgestellt werden, dann liegt aller Wahrscheinlichkeit ein Eisenmangel vor. Hier kannst du mit den entsprechenden Präparaten schnell gegensteuern. Langfristig solltest du aber deine Ernährung auf Gesund umstellen. Das ist nicht nur für deine Haare optimal.

Nebenwirkung von Medikamenten

Es muss nicht immer gleich eine Krebsbehandlung mit Chemotherapie vorliegen, um durch Medikamenteneinnahme einen Ausfall von Haaren zu erleiden. Viele Medikamente haben dieses Symptom ebenfalls im Katalog der Nebenwirkungen. Vor allem, wenn du mehrere Medikamente einnehmen musst, kann es zu Wechselwirkungen mit allen möglichen Arten von Symptomen kommen. Beim Abklären der Ursachen solltest du deshalb immer einen Arzt aufsuchen und ihn über die Medikamente informieren, die du gerade einnimmst. Möglicherweise kennt er alternative Präparate, bei denen die Nebenwirkung des Haarausfalls nicht auftritt.